Die Geschichte

Am 21.04.1948 gründeten einige wenige Justizbedienstete die Genossenschaft, um dringend erforderlichen Wohnraum in der vom Krieg zerstörten Stadt zu schaffen.

Dies war der Startschuss für ein Unternehmen, das auf den Grundlagen der Selbstverwaltung, der Selbsthilfe, der Selbstverantwortung und Solidarität einen Beitrag zur Versorgung mit dringend benötigten Wohnraum leistete und heute, mehr denn je, leistet. In herausragender Pionierarbeit errichtet die Justizbau in den Folgejahren zahlreiche Wohnungen, die den Mitgliedern nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten, sondern einen Ort an dem sie leben, sich wohlfühlen und sicher sind – ein Zuhause.


Grundsteinlegung der ersten Liegenschaft

Fast sieben Jahrzehnte im sozialen und gemeinnützigen genossenschaftlichen Wohnungsbau beachtliche Erfolge zu feiern, ist alleine noch kein historischer Meilenstein. Wenn aber in den ersten fast 50 Jahren davon, ausgehend von einer kleinen Gründer-Initiative von zunächst nur sechs Personen aus einer ganz bestimmten Berufsgruppe im öffentlichen Dienst, in ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit ein Millionenprojekt geschaffen wurde, das heute als genossenschaftlicher Betrieb ohne Beispiel dasteht, dann ist die Geschichte der Wohnungsbaugenossenschaft der Justizangehörigen Frankfurt am Main e.G. ein einmaliges Vorzeigeobjekt von allgemeiner und öffentlicher Bedeutung für das Rhein-Main-Gebiet und Hessen.


Nostalgiewand im Verwaltungsgebäude, Urkunde im Grundstein

Das Mietniveau entspricht etwa dem des geförderten Wohnungsbaus, ohne dessen Mittel zu beanspruchen. Alle Verantwortlichen aus der Historie und auch aus der Gegenwart trieb das gesellschaftsrelevante Ziel an, den besonderen genossenschaftlichen Charakter für unsere Mitglieder und Mieter sichtbar und für alle Beteiligten an diesem Projekt wirksam werden zu lassen. Die Genossenschaften, und somit auch wir, zeigen, dass es möglich ist, sowohl nach wirtschaftlicher Rentabilität als auch sozialer Verantwortung zu streben.

Bereits am 29.10.1949 erfolgte die erste Grundsteinlegung für 48 Wohnungen in Frankfurt am Main-Sachsenhausen, Dielmannstraße 4 - 8, 5, 27 - 29 und Steinhausenstraße 4 - 6. Diese Finanzierung stellte eine große Herausforderung an die Gremien, da kein Eigenkapital vorhanden war, welches künftige Mitglieder mit dem Erwerb der für die Wohnung aufzubringenden Genossenschaftsanteil mit 300,00 DM beziehungsweise bei den größeren Wohnungen 600,00 DM zu stellen hatten. Dieser Betrag konnte von den wenigsten künftigen Mietern aufgebracht werden, so dass die Gremien eine aktive Selbsthilfe beschlossen. Diese sah vor, dass das Genossenschaftsmitglied 100 Stunden Bauarbeiten ableistete, oder aber die Frauen Büroarbeiten leisteten – so entstand eine Solidarität die für viele Jahre prägend war.

Die Nachfrage der durch den Krieg vertriebenen Justizbediensteten war enorm, sollten doch wieder die Gerichtsbarkeiten ihre Arbeiten ordnungsgemäß aufnehmen. Kaum hatte man mit dem Neubau der erwähnten 48 Wohnungen begonnen, konnte der Vorstand bereits das nächste Bauvorhaben in Frankfurt am Main-Sachsenhausen, Lettigkautweg 17 - 25, Lettigkautweg 27 - 37 und in Frankfurt am Main-Bornheim, Reinganumstraße 15 - 19 beginnen. Für den Lettigkautweg 17 - 37 war noch die Selbsthilfe der Mitglieder notwendig.

Bereits schon 1953 zeigte sich die Besserung der wirtschaftlichen Lage. Das Land Hessen förderte unsere Bereitschaft, Wohnungen für Landesbedienstete zu bauen und stellte hierfür zinsverbilligte Arbeitgeberdarlehen zur Verfügung. Trotz vieler finanzieller Herausforderungen wurde weiter gebaut und in nur 3 Jahren konnten 200 Wohnungen errichtet und vermietet werden.


Lettigkautweg 17 - 25; Baujahr 1951, heute nach der Großmodernisierung

Noch lange nicht war die Wohnungsnot beseitigt, so dass der nebenamtliche Vorstand und Aufsichtsrat voller Enthusiasmus und Energie weitere Bauvorhaben in Angriff nahmen. Gerade die anfänglichen Schwierigkeiten haben die gute Zusammenarbeit mit den Banken, den Handwerkern, dem Generalunternehmen Richter & Schädel vertieft, so dass mit Vertrauen und Zuverlässigkeit die Genossenschaft zehn Jahre nach der Gründung auf einen Wohnungsbestand von 490 Wohnungen zurückblickte.

Der von Ludwig Erhard beschworene wirtschaftliche Aufschwung zeigte beginnenden Wohlstand für alle und sozialen Frieden. Jetzt hatten die Menschen den Mut wieder zurück in die Stadt zu ziehen, hier den Mittelpunkt ihrer Familie zu gründen und eine adäquate Wohnung zu suchen.

Ab 1960 boomte es bei der Justizbau Genossenschaft – es wurden in weiteren 10 Jahren 300 Wohnungen und in den folgenden Jahren 1970 - 1988 nochmals 940 Wohnungen errichtet, so dass wir heute auf einen Wohnungsbestand von 1.440 zurückblicken.

In den Jahren der Errichtung von Neubauten sind zwangsläufig Großreparaturen und Sanierungen unterblieben, so dass die Justizbau zielstrebig und konsequent die Großsanierungen vorantreibt, um so einen zeitgerechten und modernisierten Wohnungsbestand vorzuweisen. Die Großsanierungen erfordern ein großes technisches Know How, einen enormen Verwaltungsaufwand und viel Geduld unserer Mitglieder beziehungsweise Mieter. Alle Sanierungsmaßnahmen wurden mit Zustimmung unserer Mitglieder durchgeführt. Hierbei werden nicht nur die Wohnhäuser mit großem Aufwand saniert, sondern auch die freiwerdenden Wohnungen. Diese werden ebenfalls den heutigen Ansprüchen angepasst, neue Zimmertüren, Fliesen in WC / Bad und Küche, neue Fußböden und komplette Erneuerung der Elektroversorgung. Wir können mit Stolz feststellen, dass wir keine Leerstände wegen Nichtvermietbarkeit verzeichnen.


Lettigkautweg 27 - 37; Baujahr 1951, heute nach der Großmodernisierung

Der Vorstand und Aufsichtsrat richtet nach 8 Jahren Sanierung wieder das Augenmerk auf einen Neubau, um für weitere Sanierungsmaßnahmen die Voraussetzungen zu schaffen und um den vielen Wohnungsanfragen Rechnung zu tragen. Die Bemühungen, Grund und Boden in verkehrsgünstiger Lage zu einem akzeptablen Wert zu erhalten, sind im Rhein-Main-Gebiet schwierig, aber durch das Miteinander von öffentlicher Hand und uns sicherlich machbar.

Es gilt heute, wie auch gestern:

Die damit einhergehenden Spannungen und Irritationen erfordern unter allen Beteiligten viel Augenmaß, Geduld und positive Einstellung zu ihrer Arbeit und ihrem Unternehmen. Und wir sind Vorbilder, wenn es darum geht, ökonomische, ökologische und soziale Interessen zu bündeln und an das Morgen zu denken.

Die Motive „günstige Miete“ und „hohe Wohnsicherheit“ waren und sind bestimmend; aber auch die Grundsätze kaufmännischen Handelns, insbesondere betriebswirtschaftliche Kostendeckung, gelten als Grundprinzip unseres Tuns. Wohnraumerhaltung und Wohnraumverbesserung sowie eine Neubaupolitik zur vermehrten Bereitstellung von familiengerechten und altengerechten Wohnungen bleiben die Gestaltungselemente der Justizbau Genossenschaft.

Die Justizbau Genossenschaft wird nicht „in Rente gehen“, sondern die Zukunft innovativ und kraftvoll gestalten.

Justizbau Genossenschaft – Ihr Zuhause

 

Die Justizbau Genossenschaft ist eine der größten ehemals gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften im Rhein-Main-Gebiet. Unser Ziel ist es nicht nur, Menschen mit Wohnraum zu versorgen, wir wollen den Menschen in unserer Justizbau Genossenschaft ein wirkliches Zuhause bieten.

Wohnungsbaugenossenschaft
der Justizangehörigen Frankfurt am Main e. G.
Homburger Landstraße 123, D-60435 Frankfurt am Main
Telefon (069) 61 09 24 - 0, Telefax (069) 61 09 24 - 25

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